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Ein Termin soll Dir nutzen und nicht Du dem Termin

In der sich immer schneller drehenden Zeit sucht das eine oder andere Unternehmen das Heil darin, mehr auf die Anzahl der Termine Ihrer Mitarbeiter wert zu legen, denn auf die Qualität die diese abliefern. Anders ist es nicht zu erklären, dass die entsprechende Telefonie entweder fremd vergeben wird, oder, da der Datenschutz hier stark einschränkt, im eigenen Haus sogenannte Telefonteams (Outbound) installiert werden, um mit einer entsprechenden Schlagzahl von Anrufen den Mitarbeitern im Verkaufsbereich oder auch gerne Mitarbeiter am Markt genannt, die Terminkalender so voll wie irgend möglich zu machen. Nebenbei werden dann noch Vorbereitungsarbeiten, meist dann wieder von einer anderen Abteilung, nach Arbeitsanweisung erstellt. Und dies alles nur zum Wohle des Mitarbeiters, der sich dann voll und ganz auf die anstehenden, abzuarbeitenden  Termine konzentrieren kann. Besser, um die vom Unternehmen vorgegebene Terminschlagzahl zu erfüllen. Und da dieser ja jetzt weder Vorbereitung noch Telefonie selbst erledigen muss, wird die Vorgabe nebenbei noch etwas erhöht.

Kann es sein, dass solche Unternehmen seinen Mitarbeitern nicht zutraut, selbst telefonieren zu können?

Jeder Verkäufer, und nichts anderes sind die jeweiligen Mitarbeiter, auch wenn mit den tollsten Wortkreationen von diesem Fakt abgelenkt werden soll (warum eigentlich?), ist es klar oder sollte es zumindest klar sein, dass ohne eine ordentliche Anzahl von Gesprächsterminen keine Verkäufe, sprich Umsätze getätigt werden, und umso besser diese inhaltlich sind in Verbindung mit einer ordentlichen Anzahl, umso größer ist dann der Erfolg. 

Wie verhält es sich eigentlich mit dem Menschen auf der anderen Seite im Gespräch, dem Kunden der den Termin hat? 

Wird eine solche Arbeitsweise diesem denn gerecht? Jeder Mensch (Kunde) ist ein Individuum , und je nach Branche gibt es unendlich viele unterschiedliche Bedürfnisse, Fragen und Vorhaben, dem man mit einer solchen Vorgehensweise eher weniger gerecht wird. Hat dieser es nicht verdient, dass sich auf ihn ordentlich vorbereitet wird, dass seine persönlichen Umstände berücksichtigt werden, dass er nicht nur einen Termin bekommt um dann in diesem erst wirklich zu erfahren um was es geht? Hat er es nicht verdient mit der entsprechend notwendigen Aufmerksamkeit behandelt zu werden, und nicht unter Zeitdruck durch ein standardisiertes Programm hindurch geführt zu werden? 

"Der Kunde ist König" vor allem da er in aller Regel auch die Zeche zahlt auf die eine oder andere Art und Weise! 

Damit hier der Mensch nicht aus dem Blickwinkel verloren geht, ist so manchmal weniger eben dann doch mehr.